Idee schont Kosten und Umwelt

Michael Waltl von Seidel Elektronik in Deutschlandsberg hilft seinem Unternehmen sparen. Der junge Weststeirer entwickelte ein vernetztes Wärme-Kältesystem, das einen Preis erhält.

Er ist zwar erst 28 Jahre jung, bei Seidel Elektronik in Deutschlandsberg hat sich Michael Waltl aber schon einen Namen gemacht. Seit 2003 ist der HTL- und FH-Absolvent aus St. Martin im Sulmtal bei Österreichs führendem Elektronikdienstleister in Deutschlandsberg beschäftigt. Zuerst als Prozesstechniker, 2009 erfolgte der Aufstieg zum Leiter der Infrastrukturabteilung. Eine Personalentscheidung, die die Geschäftsführung nicht bereuen dürfte. Hat sie es doch Waltl zu verdanken, dass das Unternehmen Energie und Kosten spart und nebenbei auch noch die Umwelt nachhaltig schont. Grund dafür ist die Installation eines vernetzten Wärme-Kälte- Systems, das von Waltl in Eigenregie entwickelt wurde.


Energie aus Wärme

"Mir ist aufgefallen, dass im Produktionsprozess viel Abwärme anfällt, die ungenutzt bleibt. Das wollte ich irgendwie ändern", erzählt Waltl. Nach knapp zweijähriger Entwicklungsarbeit war es kürzlich soweit - die umfassende Wärme-Kälte-Koppelung wurde in Betrieb genommen und hat sich in der Praxis bestens bewährt. Das Grundprinzip der Anlage ist rasch erklärt: Wärme, die beim Produktionsprozess entsteht, wird in einen Wasserkreislauf eingespeist. Mit Hilfe einer Wärmepumpe und einer Absorptionskältemaschine kann sowohl Warmwasser für die Heizung als auch Kaltwasser für die Kühlsysteme in der Produktion aufbereitet werden. "Dieses Prinzip ist zwar nicht neu, so effizient und umfangreich wie bei uns wird es aber noch nirgends angewendet", ist Waltl überzeugt. Dieser Ansicht ist auch das Umweltministerium, das Seidel Elektronik für Waltls Entwicklung am 14. Dezember den klima:aktiv-Staatspreis für die Umsetzung energieeffizienter Maßnahmen verleihen wird. Sollen doch künftig 73 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart werden. "Natürlich ist das für unser Unternehmen, aber auch für mich persönlich eine große Ehre", ist Waltl glücklich. Freuen darf sich freilich auch der Finanzchef von Seidel Elektronik: Waltls Innovation spart dem Unternehmen pro Jahr Gas- und Stromkosten von rund 30.000 Euro. Die Anlage selbst war mit Kosten von rund 170.000 Euro vergleichsweise günstig.

Quelle: Kleine Zeitung